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Ambulante Demenzhilfe ist gestartet

Marc Dörnemann und Petra Banger vor Dienstfahrzeug der ambulanten Demenzhilfe

Kompaktkurs Demenz am Donnerstag, 21. November 2019

1,7 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt, bereits in 20 Jahren werden es voraussichtlich eine Million mehr sein als heute. Die Betroffenen gut zu versorgen, stellt eine große Herausforderung für unser Gesundheitswesen und für unsere Gesellschaft insgesamt dar.

Viele pflegende Angehörige, die einen Demenzerkrankten im häuslichen Umfeld unterstützen, leben in ständiger Sorge um den geliebten Menschen. Gedächtnis- und Orientierungsverlust erfordern eine intensive Begleitung im Alltag und führen nicht selten zu Krisensituationen. „Mit unserem neuen Ambulanten Demenzdienst möchten wir dazu beitragen, dass Überlastungssituationen für Demenzerkrankte und deren Angehörigen möglichst gar nicht erst entstehen“, begründet Prof. Oliver Tiemann, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Rheinviertel, die Einrichtung der Ambulanten Demenzhilfe.

In Kooperation mit dem Caritasverband haben die zwei Demenzfachkräfte der Bürgerstiftung Rheinviertel zum 1. September ihre Arbeit im ambulanten Dienst aufgenommen und bereits eine Vielzahl von Unterstützungsanfragen erhalten. „Die Koordination von Hilfeleistungen steht für uns im Vordergrund“, sagt Petra Banger, Koordinatorin Ambulante Demenzhilfe. „Wir helfen bei der Suche nach einem Pflegedienst oder auch dabei, eine Tagespflege zu finden, wenn zum Beispiel ein Ehepartner ins Krankenhaus muss oder eine Auszeit braucht.“ Petra Banger verfügt über langjährige Erfahrungen im Umgang mit Demenzerkrankten in der stationären Langzeitpflege, sie war als pädagogische Fachkraft im Sozialdienst eines Bonner Seniorenhauses tätig.

Es geht im Projekt aber auch um einen Beitrag zur Vernetzung der Akteure in Altenhilfe, Kultur, sozialer Beratung und auch in Pflege und Medizin, die sich um demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen kümmern. Angestrebt ist auch eine stundenweise Entlastung der Familienmitglieder, hier können sich auch engagierte Menschen im Ehrenamt an der Ausgestaltung des Projektes beteiligen. „Wir leisten auch Hilfe zur Selbsthilfe, in dem wir zu Unterstützungsangeboten in Bad Godesberg beraten und individuelle Betreuungsangebote auch mit Einbindung von ehrenamtlichen Helfern anbieten“, betont Marc Dörnemann, Demenzbegleiter. Im mobilen Sozialdienst der Caritas Bonn hat Marc Dörnemann vielfältige praktische Erfahrungen in der Begleitung und Unterstützung von Betroffenen im häuslichen Umfeld gesammelt.

Die Ambulante Demenzhilfe wird für die Betroffenen unentgeltlich und konfessionsübergreifend geleistet und aus Spenden finanziert. Die Bürgerstiftung Rheinviertel übernimmt die Finanzierung des zweijährigen Pilotprojektes mit 130.000 Euro. Die Ambulante Demenzhilfe, zu deren Förderern auch die Dr. Axe-Stiftung zählt, ist ein Kooperationsprojekt mit dem Caritasverband der Stadt Bonn e.V.

Demenz macht vielen Menschen Angst. Das wird schnell deutlich, wenn man Frauen und Männer – egal welchen Alters – auf der Straße fragt. Viele fühlen sich der Erkrankung, die bislang nicht heilbar ist, hilflos ausgeliefert. Die Ambulante Demenzhilfe der Bürgerstiftung Rheinviertel hat sich der Aktion „Demenz Partner“ angeschlossen. Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., um das Bild und die Wahrnehmung von Menschen mit Demenz gesamtgesellschaftlich zu verändern. Grundlegendes zum Krankheitsbild und zum Umgang mit Menschen mit Demenz werden durch die Demenzfachkräfte der Bürgerstiftung in einem 90-minütigen kostenlosen „Kompaktkurs Demenz“ vorgestellt und mit den TeilnehmerInnen diskutiert: Termin Donnerstag, 21. November 2019 ab 19 Uhr im Pfarrzentrum St. Marien, Burgstraße 43a, 53177 Bonn-Bad Godesberg. Anmeldung unter
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Petra Banger lebt seit 2002 in Bonn. Sie studierte Pädagogik berufliche Bildung und Erwachsenenbildung in Alfter und ist Altentherapeutin. Sie hat ein Aktives Senioren-Wohnen mit aufgebaut und drei Jahre betreut. Danach war sie neun Jahre als pädagogische Fachkraft im Sozialdienst eines Seniorenhauses in Bonn tätig. „Im Zuge des demografischen Wandels wird es immer mehr Menschen mit Demenz in unserer Gemeinschaft geben. Mir ist es wichtig, dass sie Teilhabe in der Gesellschaft finden. Ich möchte sie liebevoll begleiten und ihren Angehörigen mit Beratung zur Pflege und Betreuung zur Seite stehen.“

Marc Dörnemann wohnt seit 2009 mit seiner Familie in Bonn. Nach dem Zivildienst in der mobilen häuslichen Krankenpflege in Wuppertal, absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann und arbeitete viele Jahre im kaufmännischen Bereich. Es folgte eine berufliche Umorientierung in Anlehnung an die positiven Erfahrungen des Zivildienstes, indem er sich seit 2009, anfangs im Rahmen des Ehrenamts, bei der Caritas Bonn im mobilen Sozialdienst engagiert. „Mit Freude leiste ich Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Lebensqualität der Menschen mit Demenz gewahrt bleibt. Ich möchte mitwirken, dass die Betroffenen möglichst lange im vertrauten häuslichen Umfeld verbleiben können. Dabei ist mir die Begegnung mit Menschen auf Augenhöhe ein wichtiges Anliegen.“

Unsere Demenzfachkräfte erreichen Sie telefonisch
Koordinatorin Petra Banger, Telefon: 0151 43244880,
Demenzbegleiter Marc Dörnemann, Telefon: 0152 37640499