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„Würdevoll leben bis zuletzt“

Pflegeforum Palliative Care

„Würdevoll leben bis zuletzt“ – dass dieses Motto keine leere Formel, sondern praktikable palliative Pflege- und Altenhilfearbeit sein kann, zeigte die Bürgerstiftung Rheinviertel, zusammen mit den Kooperationspartnern Caritasverband Bonn, CBT Wohnhaus Emmaus und St. Vinzenzhaus beim Pflegeforum Palliative Care am 25. November 2015 im Pfarrzentrum St. Marien.

Das große Interesse der Pflege-Nachwuchskräfte an diesem Thema zeigte die hohe Teilnehmerzahl. Rund 120 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte von Fachseminaren und Pflegeschulen, z. B. des Robert-Wetzlar-Kollegs, der Diakonie Michaelshoven, des Bonner Vereins für Pflege- und Gesundheitsberufe sowie des DRK-Fachseminars informierten sich über den Arbeitsalltag von Palliativfachkräften aus den ambulanten und stationären Einrichtungen. „Die Pflege-Nachwuchskräfte bereiten sich auf einen unendlich wichtigen Beruf vor, der so viel Einsatz und Idealismus verlangt. Wir wollen sie dabei unterstützen und Ihnen helfen, auch auf die Begleitung Sterbende gut vorbereitet zu sein“, sagt Dechant Dr. Wolfgang Picken. Birgit Ratz, Bereichsleiterin der Caritas Bonn, betont: „Es ist uns deshalb ein großes Anliegen den Pflegekräften und Fachkräften von morgen einen tieferen Eindruck in die anspruchsvollen Aufgaben der Palliativversorgung zu vermitteln.“ Dass das jährliche Fortbildungsangebot eine so große Resonanz bei den Fachseminaren und Pflegeschulen der Region fände, zeige nicht nur den Bedarf, sondern bringe auch eine große Wertschätzung gegenüber der Kompetenz zum Ausdruck, mit der die palliative Begleitung in Bad Godesberg praktiziert werde, so Wolfgang Picken weiter.

Wie anspruchsvoll und vielseitig die Sterbebegleitung ist, erfuhren die Schülerinnen und Schüler an Praxisbeispielen aus dem Pflegealltag erfahrener und speziell ausgebildeter Pflegekräfte in Palliative Care. In Vorträgen und Erfahrungsberichten gaben Fachleute Auskunft über den Alltag der ambulanten Palliativschwestern, stationäre palliative Versorgung und der Sterbekultur im Altenheim, Sterbebegleitung und Palliativmedizin, aber auch die Begleitung der Angehörigen. Dabei wurden die Grundannahmen der palliativen Haltung, wie Akzeptanz der Endlichkeit des Lebens und die Expertise der Betroffenen für die eigene Lebensqualität anhand vieler praktischer Beispiele erläutert. Die Veranstaltung wurde engagiert und kompetent von Lucia Hoffsimmer, CBT Köln moderiert.

Für einen eindrucksvollen spirituellen Impuls sorgte Dechant Dr. Wolfgang Picken mit seinen Ausführungen zum Thema „Abschied nehmen vom Leben“. Er gab der Veranstaltung eine seelsorgerische Dimension. In Workshops am Nachmittag beschäftigten sich die Teilnehmer mit Abschiedsritualen, Trauer und Trauerbegleitung oder der palliativen Pflege bei Menschen mit Demenz. Hier stand der Austausch zwischen erfahrenen und lernenden Pflegekräften im Mittelpunkt.

Wie die Palliativpflege der Zukunft aussehen kann, beschrieb Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider in seinem Ausblick. „Diese Veranstaltung sei „just in time“. Pünktlich zu dem am 5. November verabschiedeten Hospiz- und Palliativgesetz. Palliativpflege muss zum Normalfall, zu einer Regelaufgabe in der Pflege werden“, sagte Schneider. Frau Kiderlin von der Bürgerstiftung Rheinviertel fügte an: „Der würdevolle und fürsorgliche Umgang mit sterbenden Menschen in einer immer älter werdenden Gesellschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung und damit auch die palliative Betreuung und Versorgung, um Sterbende auf ihrem letzten Lebensweg schmerzfrei und pflegerisch gut versorgt zu begleiten.“ Sie kündigte an, dass die Stiftung gemeinsam mit den Kooperationspartnern auch im nächsten Jahr eine ähnliche Veranstaltung anbieten werde. Eine Schülerin fasste die Stimmung unter den Teilnehmern zusammen: „Der heutige Tag war für mich sehr ausschlussreich und wichtig, die Workshops waren eine sehr gute Möglichkeit zum Austausch und um eigene Gedanken einzubringen.“

Ein herzliches Dankeschön an Beatrix Toepfer für ihre kompetente Unterstützung bei der Planung und Organisation und die vielen ehrenamtlichen Helfer der vier Kooperationspartner bei Auf/Abbau, Akkreditierung, Catering. Es hat alles wunderbar geklappt.

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